Zwei Spiele sind es noch bis zum Ende der Normalrunde in der 2. Bundesliga der Sportkegler. Und noch haben drei Teams die Chance, als Erster über die Ziellinie zu gehen und sich damit die beste Ausgangsposition für die anschließenden Aufstiegs-Playoffs zu sichern: die beiden Erstliga-Absteiger TG Herford und KV Gelsenkirchen – und der SC Reckenfeld.
Mit vier Punkten aus den verbleibenden zwei Spielen hätte der SCR gute Karten fürs Finish, mit fünf Zählern wäre Platz eins so gut wie sicher. Vor dem Auswärtsspiel beim SKC Lage-Greste am Samstag (14 Uhr) heißt deshalb die klare Vorgabe: Mindestens ein Punkt muss her!
Das dürfte allerdings alles andere als ein Selbstläufer werden: Der Zweitliga-Neuling aus dem Kreis Lippe hat sich in dieser Saison äußerst achtbar geschlagen und zu Hause nur ein einziges Mal verloren: Gleich am zweiten Spieltag gab es gegen Herford eine knappe Niederlage mit 30 Holz Rückstand. Alle anderen Heimspiele hat der Aufsteiger gewonnen, wobei sich die Gästeteams mitunter enorm schwer taten mit dem für viele unbekannten Geläuf im Keller einer Gewerbehalle in Leopoldshöhe. Ein Schnitt von um die 800 Holz hat Greste bislang stets zum Sieg gereicht.
Auch für die meisten Reckenfelder ist die Anlage mit zwei Holz- und zwei Kunststoffbahnen unbekanntes Terrain. Nicht zuletzt deshalb hat SCR-Teamchef Andre Ahlers entschieden, Udo Reinker aus der 2. Mannschaft mitzunehmen. Er hat in der jüngeren Vergangenheit des öfteren in Greste gespielt und meist gute Ergebnisse erzielt. Vielleicht wird er am Samstag ja zur “Geheimwaffe”.
Daneben setzen die Reckenfelder auf die bewährte Besetzung: Andre Ahlers, Jonas van Raalte, Nick von Voss, Udo Reinker, Robin Graes, Julian Geerdes.
Sportkegeln
Zurück an der Tabellenspitze
Das Aufstiegsrennen in der 2. Bundesliga der Sportkegler bleibt spannend – und der SC Reckenfeld mischt weiterhin ordentlich mit. Mit einem überraschend klaren 3:0 (52:26/ 5226:4920) stürzten die Reckenfelder am Samstag den bisherigen Tabellenführer TG Herford und übernahmen nun ihrerseits die Spitze.
Der Erstliga-Absteiger aus Ostwestfalen setzte am Wittlerdamm durch Thomas Klein (864 Holz) und Uwe Hippert (854) lediglich zwei relevante Marken – zu wenig, um den SCR in Bestbesetzung ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. In der Tageswertung vorneweg eilte mal wieder Reckenfelds Top-Quartett, allen voran der bärenstarke Startblock mit Andre Ahlers (921) und Jonas van Raalte (903). Schon da war klar, dass holzmäßig rein gar nichts anbrennen würde in diesem Spitzenspiel.
Als sich dann auch noch Herfords Nationalspieler Raffael Tönsmann ungewöhnlich schwertat und bei 811 Holz hängen blieb, lief es frühzeitig auf das erhoffte 3:0 hinaus – zumal Michael Schlüter (813) knapp vor Tönsmann und auch vor Matthias Gronwald (802) blieb. Nick von Voss (880) und später auch Julian Geerdes (873) demonstrierten einmal mehr eindrucksvoll ihre Heimstärke. Und auch Robin Graes (836) ließ im Schlussblock seine ehemaligen Herforder Teamkollegen Alexander Mirus (821) und Thomas Bräutigam (768) hinter sich. So verbuchten die Reckenfelder nicht nur drei wichtige Punkte, sondern polierten auch noch ihre Unterwertung ein wenig auf.
Zwei Spieltage vor Ende der Normalrunde steht der SCR damit wieder an der Spitze der 2. Bundesliga Staffel Nord. Vermutlich reichen nun vier Punkte aus den verbleibenden zwei Spielen – auswärts beim Aufsteiger Greste-Lage und zu Hause gegen Mülheim –, um als Erster in die Playoffs um den Aufstieg zu gehen.
SCR 2 arbeitet weiter am Klassenerhalt
Einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der NRW-Liga haben am Sonntag die Kegler des SC Reckenfeld 2 gemacht. Sie bezwangen die SG Gütersloh-Rheda mit 3:0 (48:30/ 4891:4730) und hatten dabei am Ende auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite, weil bei Güterslohs Lasse Becker im vorletzten Wurf das Eckholz zwar mächtig wackelte, aber eben nicht zur Neun umfiel. Andernfalls hätten die Gäste den Zusatzpunkt wohl mitgenommen.
Einen echten Sahnetag hatte auf Reckenfelder Seite Dieter Stumpe erwischt: Mit 855 Holz setzte er sich an die Spitze der Tageswertung, gefolgt von Robin Graes (838). Auch Andre Penz (818) und Michael Reisch (816) knackten die 800er-Marke.
In der Oberliga behauptete sich die SCR-Dritte mit 2:1 (17:19/ 3023:2993) gegen Gütersloh-Rheda 3. Rainer Terwort (780), Thomas Weischer (771) und Marcus Klaus (767) sorgten auf Reckenfelder Seite für drei starke Zahlen. Die 4. Mannschaft des SCR gewann gegen die SG Greste-Lage 2 mit 3:0 (23:13/ 2936:2803). Hier setzte sich Markus Rolf (754) an die Spitze des Tagesklassements.
Die SCR-Fünfte holte im Bezirksliga-Topspiel einen Punkt beim TV Borghorst. Matchwinner aus Reckenfelder Sicht beim 1:2 (16:20/ 2575:2718) war Frank Stallmeier, der mit 718 Holz auf den anspruchsvollen Borghorster Bahnen drei Gastgeber hinter sich ließ. Die 6. Mannschaft verbuchte ein klares 3:0 (26:10/ 2736:2440) beim ESV Münster 4, während die 7. Mannschaft mit 0:3 (10:26/ 2326:2834) bei Eintracht Coesfeld chancenlos war.
Spitzenspiel am Wittlerdamm
Jetzt kommt’s drauf an! Am drittletzten Spieltag der 2. Bundesliga empfangen die Kegler des SC Reckenfeld die TG Herford: Zweiter gegen Erster – mehr Spitzenspiel geht nicht. An diesem Samstag (14 Uhr) könnte somit am Wittlerdamm eine Vorentscheidung im Rennen um die beste Ausgangsposition für die Playoffs fallen.
Die Ausgangslage ist klar: Sollten die Reckenfelder verlieren, geht Herford als Erster in die Entscheidungsspiele um den Erstliga-Aufstieg. Gewinnt der SCR 3:0, hat er die besseren Karten. Bei einem 2:1 bleiben die Ostwestfalen leicht im Vorteil. „Wir wollen und brauchen ein 3:0“, lautet deshalb die Vorgabe von SCR-Teamsprecher Andre Ahlers.
Die Reckenfelder können an diesem Wochenende wieder mit Robin Graes planen, der selbst mehrere Jahre mit den Herfordern in der 1. Liga gespielt hat. Die Herforder haben mit Nationalspieler Raphael Tönsmann und Uwe Hippert zwei absolute Ausnahmespieler in ihren Reihen, die auswärts immer für eine Top-Zahl gut sind. Daneben nutzte kürzlich Routinier Thomas Klein im Pokalspiel der Herforder Reserve bei der SCR-Dritten die Gelegenheit, um noch einmal auf den Bahnen am Wittlerdamm zu „trainieren“: Starke 870 Holz standen da für ihn zu Buche. Ein klares Signal also an den SCR: Am Samstag muss alles passen!
SCR: Andre Ahlers, Jonas van Raalte, Nick von Voss, Julian Geerdes, Michael Schlüter, Robin Graes.
Die weiteren SCR-Spiele am Wochenende:
SC Reckenfeld 2 – SG Gütersloh-Rheda So., 10 Uhr
SC Reckenfeld 3 – SG Gütersloh-Rheda 2 So., 13 Uhr
SC Reckenfeld 4 – SKC Greste-Lage 2 So., 15 Uhr
TV Borghorst – SC Reckenfeld 5 So., 10.30 Uhr
ESV Münster 4 – SC Reckenfeld 6 So., 10 Uhr
Eintr. Coesfeld – SC Reckenfeld 7 So., 9.30 Uhr
Auf Punktejagd im Löwenkäfig
Im „Löwenkäfig“ ist in dieser Saison für die Gästeteams bislang nur schwer Beute zu machen. Die Reserve der SK Heiligenhaus, die sich selbst als „Heljens Red Lions“ bezeichnet, hat in der laufenden Zweitliga-Saison erst zwei Punkte abgegeben – gegen Sontra und die TG Herford. Am Samstag (17 Uhr) würden die Kegler des SC Reckenfeld den roten Löwen gern ebenfalls ein Pünktchen entreißen. Denn der könnte am Ende wichtig werden im Rennen um die Pole Position für die Playoffs.
Wie wehrhaft sich die Lions zeigen, wird sicherlich auch von der personellen Besetzung abhängen – und die ist bei zweiten Mannschaften bekanntlich oftmals eng mit der Situation der jeweiligen Erstvertretung verknüpft. Und weil die 1. Mannschaft der Heiligenhauser am Samstag ein im Titelrennen der 1. Liga wichtiges Auswärtsspiel in Trier bestreitet, haben die Reckenfelder zumindest die Hoffnung, dass der Gastgeber keine Verstärkung von oben erhält. „Mal schauen, was uns da erwartet“, sagt SCR-Teamsprecher Andre Ahlers.
Weitere Zuversicht zieht Ahlers aus dem Umstand, dass sein Team auf den anspruchsvollen Bahnen am „Heljens Bad“ zuletzt zweimal punkten konnte: Vor einem Jahr gab es dank zweier Top-Zahlen von Ahlers und Robin Graes einen Punkt, im Februar 2022 waren es sogar drei – und Heiligenhaus 2 stieg zwischenzeitlich in die NRW-Liga ab. „Wir greifen auf jeden Fall an und schauen, was geht“, kündigt Ahlers an.
SCR: Andre Ahlers, Jonas van Raalte, Julian Geerdes, Nick von Voss, Michael Schlüter, Robin Graes, Stefan Lampe.