Indiaca

die unbekannte Sportart

Einleitung    –    Indiaca im SCR    –    Woher kommt die Sportart?    –   Indiaca in Deutschland    –    Indiaca international    –    SCR Mannschaften

Jeder Freund und Anhänger dieser ungewöhnlichen Sportart kennt es: Man trifft neue Leute, spricht über Interessen und Hobbies, wobei dann der Begriff „Indiaca“ fällt. Während dem Gesprächspartner schon die Frage „Indiaca, was ist das denn?“ auf der Zunge liegt, holt man selbst noch einmal tief Luft, um mit ein bis zwei weiteren Sätzen zu erklären, was das eigentlich genau bedeutet.

Die meisten Erklärungsversuche hören sich dann so ähnlich an wie: „Indiaca spielt man im Prinzip wie Volleyball, mit dem Unterschied, dass eine Mannschaft aus fünf anstatt aus sechs Personen besteht und der Ball – die Indiaca – mit nur einer Hand geschlagen wird. Die Indiaca selbst – ein rundes aber flaches Schaumstoffkissen in einer Lederhülle mit vier roten Federn daran – erinnert hingegen eher an einen überdimensionalen Federball.“

Indiaca ist sogar so wenig bekannt, dass derjenige, der es kennt oder zumindest schon einmal davon gehört hat, bei der RTL-Sendung „Wer wird Millionär“ 64.000 € gewinnen kann.

Und das obwohl Indiaca bereits im Jahr 2013 in der Prosieben-Sendung „Schlag den Raab“ von einem Millionen-Publikum bestaunt werden konnte.

Indiaca im SCR

Im SC Reckenfeld wird Indiaca bereits seit ca. 1986 ambitioniert gespielt. Was mit wenigen Spielerinnen in der Altersklasse Frauen 40+ begann ist bis heute auf eine Indiaca-Abteilung mit über 100 Mitgliedern herangewachsen. Auch wird hier noch einmal deutlich unterstrichen, dass Indiaca absolut als Breitensport für jedes Alter geeignet ist, denn während der jüngste aktive Spieler gerade einmal 10 Jahre jung ist, sind die ältesten Aktiven bereits über 80.

 

Schon von Beginn an nehmen die Reckenfelder Indiaca-Spielerinnen und –Spieler regelmäßig an nationalen Turnieren wie den Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften teil, messen sich aber auch bei Freundschafts-Wettkämpfen wie den Kamen Open mit Gegnern aus dem ganzen Bundesgebiet.

Zu den größten Erfolgen der letzten Jahre zählen hier sicherlich die Goldmedaillen der Damen 19+ bei den Norddeutschen Meisterschaften 2012, der Mixed 19+ bei den Norddeutschen Meisterschaften 2004 sowie der weiblichen Jugend 11-14 auf den Deutschen Meisterschaften 2003. Sämtliche Turnierteilnahmen und Ergebnisse der jeweiligen Teams können hier eingesehen werden.

 

Wer nun neugierig geworden ist und sich Indiaca einmal aus der Nähe anschauen möchte, ist herzlich eingeladen, bei den Heimspielen in der Walgenbachsporthalle zu zuschauen oder sich mit unserem Abteilungsleiter in Verbindung zu setzen um sich über das Training zu informieren. Die aktuellen Termine für die Ligaspiele können jederzeit auf den Internetseiten des Westfälischen Turnerbundes unter www.indiaca-wtb.de eingesehen werden.

Woher kommt die Sportart?

Der deutsche Sportlehrer Karlhans Krohn „entdeckte“ im Jahr 1936 beim Spaziergang an der Copacabana das brasilianische Peteca-Spiel und importierte es in seine Heimat. Es wird angenommen, dass die Urform der Peteca wahrscheinlich ein archaischer Federball aus zusammengelegten Maisblättern ist, den Forscher bei Indianerstämmen Nordost-Boliviens entdeckt hatten. In einer Wortkombination aus Indianer und Peteca nannte Krohn seinen ersten serienreifen Ball „Indiaca“.

Indiaca in Deutschland

Anfang der 50er Jahre wurde die Spielidee zunächst in Baden-Württemberg von kirchlichen Jugendgruppen aufgenommen. Einen großen Schub bekam die junge Sportart Anfang der 70er Jahre, als der Dachverband des deutschen Sports, der Deutsche Sportbund (DSB) Indiaca zweimal als „Spiel des Jahres“ auszeichnete. In der Folgezeit bildeten sich dann auch außerhalb der kirchlichen Jugendarbeit die ersten Vereine und begeisterten sich für die Spielidee. Die Indiaca ist übrigens auch heute noch teilweise ein Naturprodukt: die Federn werden von Putenfarmen aus den USA importiert!

 

Krohn dachte sich das Spiel ursprünglich als reines Freizeitspiel, doch rasch entwickelte sich das Spiel zu einer echten Turniersportart. Bereits 1968 richtete der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) erste Meisterschaften aus. In den folgenden Jahren schaffte es Heinz Karl Kraus, Indiaca als Turnspiel im Deutschen Turnerbund (DTB) zu verankern und zahlreiche Vereine dort zu organisieren. Das zunächst zarte Pflänzchen wuchs schnell weiter: 1990 wurde in Deutschland erstmals ein einheitliches Regelwerk geschaffen, 1991 wurde dem DTB vom DSB das Alleinvertretungsrecht für Indiaca in Deutschland zuerkannt und seit 1998 finden regelmäßig Deutsche Meisterschaften statt.

Indiaca international

Neben dem nationalen Bereich kümmerte sich Kraus aber von Anfang an auch um internationale Kontakte. Schon beim Deutschen Turnfest 1987 in Berlin konnten Teilnehmer aus Luxemburg begrüßt werden, und bereits kurz darauf entstanden Kontakte in die Schweiz und nach Japan. Am 26.05.2000 wurde in Berlin die Internationale Indiaca Association (IIA) gegründet, die im August 2001 in Tartu/Estland die ersten Indiaca-Weltmeisterschaften und im Folgejahr in Karlsruhe den 1. Indiaca World-Cup veranstaltete. Der 1. Open Indiaca Junior Worldcup fand im August 2007 in Malterdingen/Deutschland statt. Inzwischen wurden 4 Weltmeisterschaften ausgespielt, wobei die 4. im Jahr 2013 in Deutschland stattfand.

 

Bei dieser 4. Weltmeisterschaft in Bietigheim-Bissingen, wie schon bereits bei der vorherigen Weltmeisterschaft, zählten auch Reckenfelderinnen zum Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Die offizielle Videodokumentation der WM 2013 finden Sie hier.


Mannschaften:

Damen 19+:

dienstags, 18.30 bis 20 Uhr, Walgenbachhalle

 

Mixed 19+:

dienstags, 18.30 bis 20 Uhr, Walgenbachhalle; freitags, 18.30 bis 20 Uhr Walgenbachhalle

 

Mixed 45+:

montags, 19.30 bis 21 Uhr, kleine Sporthalle in der Ortsmitte

 

Weibliche und männliche Jugend 15 bis 18 Jahre:

dienstags, 17 bis 18.30 Uhr, Walgenbachhalle