Spaßvogel der Truppe

Er ist Spaßvogel und Kapitän zugleich. Lars Dömer ist ein Reckenfelder Urgestein. Doch ganz ausschließen will er einen Wechsel nicht.

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Er hat seinen Spitznamen weg. „Gurke“. Und wenn dann noch ein Torwart ist, dann weiß jeder gleich, was für eine Gurke dort im Kasten steht. Weit gefehlt. Reckenfelds Torwart Lars Dömer ist auf dem Spielfeld manchmal eher eine scharfe Peperoni und im Privatleben genau das Gegenteil von einer „sauren Gurke“. Ich bin ein Spaßvogel“, sagt er. Den Spitznamen hat man ihm bereits in früher Kindheit verpasst, als er mit einem Trainingsanzug auflief, der von der Farbe her aussah wie eine Seegurke. „Irgendwann haben sie den See weggelassen, da war ich nur noch die Gurke“, sagt Dömer. Aber er sei nicht böse drum, wenn ihn jemand weiterhin so nenne. Doch inzwischen hat er die „Gurkenphase“ hinter sich gelassen und man redet ihn mit seinem Vornamen an.

Dieses Standing in der Mannschaft hat ihm auch die Kapitänsbinde eingebracht. Denn der Keeper dirigiert seine Mitspieler von hinten. Das kann er hervorragend, weil er bis zur B-Jguend Feldspieler war. „Irgendwann beorderte mich der Trainer Thorsten Schwarz ins Tor der A-Jugend – als B-Jugendlicher.“ Bis dato hatte er fast alle Positionen auf dem Feld gespielt, vom Stürmer bis zum Libero.

Und da schließt sich der Kreis, denn Dömer spielt auch heute den modernen Torwart-Libero – wie Manuel Neuer. „Ich bin zwar nicht der Schnellste, doch ein spekulierender Torwart mit einem guten Stellungsspiel“, sagt der Keeper selbstbewusst.

Aufgewachsen ist er dort, wo man noch kicken konnte, ohne dass gleich der Nachbar kam und einem den Ball wegnahm, wenn er mal in die Gärten flog. in der Nähe der Bahn, hinter Bockel-Rickermann Dort wurde gepöhlt. Jeden Tag. Mit den Zilskes und noch ein paar anderen. Das prägte. „Als Kind war er noch sehr wehleidig“, sagt sein Bruder Jens, der inzwischen beim SCR zum Sportlichen Leiter aufgestiegen ist: „Sobald der eine Macke am Bein oder sonst wo hatte, war die Schreierei groß, er war das komplette Gegenteil von heute.“

Vielleicht hat’s ja das Kicken mit den Älteren gemacht. Gewiss aber auch der ein oder andere Trainer in der Jugend. Mit fünf Jahren ist er beim SCR angefangen und bis heute dort geblieben. „Nächstes Jahr habe ich 25 Jahre voll“, sagt der kaufmännische Angestellte, der nach der Realschule noch sein Fachabitur gemacht hat und jetzt als kaufmännischer Angestellter in Emsdetten Eisen verkauft. „Gestählt“ ist er auch durch seine Aufgabe, sich als Torwart durchzusetzen. Den Strafraum zu beherrschen. Und dann kennt er kein Pardon. Und wo gehobelt wird, da fallen auch schon mal Späne. Das musste zuletzt bei den Stadtmeisterschaften Fabian Howe erfahren. Der Mitspieler bekam beim Kampf um den Ball den Ellbogen seines Torhüters ins Gesicht. Glücklicherweise kam dieser mit einer leichten Gehirnerschütterung und einer Jochbeinprellung davon. Keeper haben es generell im Fußballerleben nicht leicht. „Als Torwart muss er einen Nagel im Kopf haben“, sagt sein Bruder.

Doch Jens Dömer hat sich stetig verbessert. Einen großen Anteil habe daran auch der Torwarttrainer Horst Polenz. „Er ist von der alten Schule, und der hat mir viele Feinheiten beigebracht.

Geprägt hat ihn in den vergangenen Jahren auch sein jetziger Trainer Metin Tüfekci. „Mit Metin haben wir einen Bombentrainer, der verlangt uns alles ab. Wir sind unter ihm richtig erfolgshungrig geworden“, befindet der Keeper. Zum Beispiel sei der Coach bei den Stadtmeisterschaften nach dem 0:1-Rückstand gegen die DJK in die Kabine gekommen und habe gesagt, dass der SCR zwar eine Schlacht verloren habe,aber keinen Krieg. Und der SCR habe in der zweiten Halbzeit immer zugelegt. „Und wir haben das Spiel gewonnen. Das vergisst man nicht so leicht.“

Unter Tüfekci habe die Mannschaft eine große Verwandlung gespürt. „Früher haben wir nur gekämpft, jetzt kommt bei uns das Spielerische hinzu“, sagt Lars Dömer. Manchmal werde der Coach auch laut, aber das sei okay. „Dann sieht man auch den Erfolg. Wie im Finale bei den Stadtmeisterschaften. Da haben wir alle die Klappe gehalten. Zwar haben wir zu Anfang viel verballert, aber dann hat’s geklappt.“

Lars Dömer ist aber nicht nur auf sich und sein Team fixiert. Bereits mit 14 Jahren ließ er sich zum Schiedsrichter ausbilden und machte diesen Job acht Jahre lang. „Ich habe früher mal Taner Gezer (sein Mitspieler, Anm. der Redaktion) vom Platz gestellt, das hat er mir sofort gesagt, als er zu uns kam. Daran hat er sich noch erinnert.“ Und dann trainierte der Werder-Bremen-Fan mit Ingo Ketteler zusammen die Damen des SC Sprakel. Und jetzt betreut er noch die dritte Damenmannschaft von Borussia Emsdetten. Dort, wo seine Freundin Stefanie Wiese spielt.

Wo er hin will? „Mein größter Erfolg war der Aufstieg in die Kreisliga A. Aber von dem ganzen Drumherum mit den beiden Superplätzen sind wir landesligatauglich.“

Inzwischen bekommt er Konkurrenz mit Tim Vallandi. „Das ist ein guter Torwart.“ Aber der Konkurrenz werde er sich stellen. Oder vielleicht doch noch mal wechseln? „Vielleicht gibt es noch mal ein Angebot, dann müsste ich überlegen“, schiebt der „ewige Reckenfelder“ diese Möglichkeit gar nicht so weit von sich.

Source: SCR Fussball

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